Antrag: Freiburger Sozialtraining und „HEYLiFE“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Fraktionsgemeinschaft SPD/ÖDP/Volt, die CSU-Stadtratsfraktion sowie die Fraktionsgemeinschaft Generation AUX/FDP/Die Partei stellen folgenden Antrag:
Die Verwaltung wird beauftragt

1. im Amt für Kinder, Jugend und Familie, Fachbereich Präventive Kinder- und Jugendhilfe, die Aufgabe der Koordinierung der Gewaltprävention an Schulen zu verankern, und die Präventionsarbeit mit Schwerpunkt auf der Koordination des Freiburger Sozialtrainings zur Prävention umzusetzen.
2. die Koordinierung des Suizidpräventionsprogramms „HEYLiFE“ fest im Aufgabenportfolio des Fachbereichs Präventive Kinder- und Jugendhilfe zu
verankern. Die koordinierenden Aufgaben sollten dabei durch eine pädagogische Fachkraft wahrgenommen werden.

Begründung:
Im Bereich der Gewaltprävention an Schulen besteht gesamtgesellschaftlich und auch in der Stadt Augsburg dringender Handlungsbedarf. Insbesondere in Bezug auf das Thema Mobbing häufen sich die Unterstützungsanfragen aus den Schulen. 

Einen erfolgversprechenden ganzheitlichen Ansatz bietet das Freiburger Sozialtraining, welches 2022 vom Fachbereich Präventive Kinder- und Jugendhilfe eingeführt wurde. Der Ansatz beinhaltet sowohl eine präventive als auch eine intervenierende Komponente, die bei bereits bestehenden Mobbingfällen zum Tragen kommt.

Eine zentrale Koordinationsstelle ist aus fachlicher Sicht unerlässlich, um die Wirkung der einzelnen Maßnahmen zu garantieren. Zu den Aufgaben sollen dabei die
Qualitätssicherung, Koordinierung von Einsätzen, Ressourcensteuerung, Vernetzung von und mit Schulen, der Jugendsozialarbeit an Schulen, der Jugendhilfe und externen Fachstellen, Fortbildung, Monitoring und Evaluation zählen.

Ein ebenso wichtiges Programm, welches noch vom Fachbereich Präventive Kinder- und Jugendhilfe koordiniert wird, ist das Suizidpräventionsprogramm „HEYLiFE“. Bis 2025 wurde die Koordinierung dieses wertvollen Programms durch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin wahrgenommen, diese steht jedoch mittlerweile nicht mehr zur Verfügung, sodass die Aufgaben vom Team des Fachbereichs zusätzlich zu ihren regulären Tätigkeiten wahrgenommen werden. Eine dauerhafte Absicherung des Programms ist nur durch eine feste Verankerung der koordinierenden Aufgaben im Fachbereich Präventive Kinder- und Jugendhilfe zu erreichen. Aus fachlicher Sicht ist dabei die Wahrnehmung der Aufgaben durch eine pädagogische Fachkraft zu bevorzugen, um eine angemessene fachliche Begleitung der ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer sicherzustellen.

In vielen deutsche Städten und in angelsächsische Länder ist es üblich, dass Suizidpräventionsprogramme (z.B. YAM – Youth Aware of Mental Health) für viel Geld
eingekauft werden. Die Stadt Augsburg ist hier in einer vorteilhaften Situatio: Sie kann seit Jahren an den Schulen ermöglicht durch enormes ehrenamtliches Engagement, ein durch die Uni Dresden und einen Kinder- und Jugendpsychiater wissenschaftlich begleitetes Programm, anbieten. Dieses ehrenamtliche Engagement kommt nun an seine Grenzen und es steht zu befürchten, dass das Projekt eingestellt wird, wenn es keine verlässliche Koordination gibt. Die gesellschaftliche Relevanz des Themas ist aber groß, es müssen dauerhaft gesicherte Rahmenbedingungen für diese wertvolle Arbeit geschaffen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Lara Hammer                            Benjamin Adam
Fraktionsvorsitzende Fraktionsgemeinschaft SPD/ÖDP/Volt

Leo Dietz
Fraktionsvorsitzender CSU

Raphael Brandmiller
Fraktionsvorsitzender Fraktionsgemeinschaft Generation AUX/FDP/Die Partei

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