Antrag: Schaffung von Wohnraum für Auszubildende - Prüfung eines Wohnprojektes für Auszubildende

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Fraktionsgemeinschaft SPD/ÖDP/Volt, die CSU-Stadtratsfraktion sowie die Fraktionsgemeinschaft Generation AUX/FDP/Die PARTEI stellen folgenden

Antrag:  

  • Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob in Kooperation mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft sowie weiteren geeigneten Partnern wie der IHK, der
    HWK und den Gewerkschaften ein Wohnprojekt für ca. 100 Auszubildende geschaffen werden kann.
  • Insbesondere ist der Bedarf zu ermitteln, ob das Wohnprojekt für junge Erwachsene ab 18 Jahre oder bereits für Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr konzipiert werden soll und unter welchen organisatorischen Voraussetzungen das Wohnprojekt auch für Jugendliche unter 18 Jahre geöffnet werden kann. Auch über eine mögliche pädagogische Betreuung und geeignete Trägerform werden frühzeitig Gespräche mit geeigneten Partnern geführt.
  • Entsprechende Fördermittel aus Programmen des Bundes bzw. des Freistaates nach dem Bayerischen Wohnbauförderungsgesetz (Richtlinie für die Förderung von
    Wohnraum für Auszubildende) sind zu beantragen. Ein entsprechendes Grundstück aus dem Eigentum der Wohnbaugruppe Entwickeln wird für den Zweck des Azubi-Wohnens bereitgehalten.
  • Die Verwaltung stellt die Ergebnisse der Prüfung in der zweiten Jahreshälfte 2026 in den zuständigen Ausschüssen vor. Insbesondere enthält der Bericht auch eine
    Empfehlung, welcher Standort (idealerweise bereits vorhandenes Grundstück der Stadt bzw. der Wohnbaugruppe) für das Azubi-Wohnen in Frage kommt.

Begründung:

Die Stadt Augsburg wurde als Gebiet mit erhöhtem Wohnungsbedarf eingestuft. Der angespannte Wohnungsmarkt stellt insbesondere Menschen mit geringem Einkommen vor erhebliche Herausforderungen. Davon sind Auszubildende in besonderem Maße betroffen, da ihre Ausbildungsvergütung häufig nicht ausreicht, um die hohen Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt zu finanzieren.

Während in den vergangenen Jahren gezielt Wohnraum für Studierende geschaffen wurde, existieren in Augsburg bislang kaum vergleichbare Angebote für Auszubildende. Diese Versorgungslücke erschwert nicht nur den Start ins Berufsleben, sondern wirkt sich zunehmend auch auf die Fachkräftesicherung in der Region aus.

Viele Augsburger Unternehmen berichten von wachsenden Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen. Um ihren Bedarf an qualifizierten Nachwuchskräften zu
decken, werben sie zunehmend Auszubildende aus anderen Regionen Deutschlands sowie aus dem Ausland an. Für diese jungen Menschen stellt die Suche nach einer
bezahlbaren Unterkunft häufig eine kaum zu bewältigende Hürde dar.

Ein speziell auf Auszubildende zugeschnittenes Wohnangebot kann einen wichtigen Beitrag leisten. Neben bezahlbaren Mieten könnten gemeinschaftliche Wohnformen,
Beratungsangebote und soziale Begleitung den Einstieg in Ausbildung und neues Lebensumfeld erleichtern. Gleichzeitig würde ein solches Projekt die Attraktivität des
Ausbildungsstandortes Augsburg erhöhen und einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften leisten.

Ein erfolgreiches Vorbild hierfür ist das Münchner AzubiWerk, das bezahlbaren Wohnraum speziell für Auszubildende bereitstellt. Das AzubiWerk ist ein gemeinsames Projekt der Stadt München, des Kreisjugendring München-Stadt und der DGB-Jugend München. Für die Schaffung von Wohnraum arbeitet das AzubiWerk dabei insbesondere mit der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Münchner Wohnen zusammen, so konnte 2019 ein Wohnheim mit insgesamt 221 Apartments eröffnet werden, weitere Projekte mit unterschiedlichen Kooperationspartnern sind bereits in Planung.

Mit freundlichen Grüßen

Lara Hammer                            Benjamin Adam
Fraktionsvorsitzende Fraktionsgemeinschaft SPD/ÖDP/Volt

Leo Dietz
Fraktionsvorsitzender CSU

Raphael Brandmiller
Fraktionsvorsitzender Fraktionsgemeinschaft Generation AUX/FDP/Die Partei

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